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Diagnostische Techniken

Klassische Bakteriologische und Mykologische Techniken

Die Standardtechnik zum Nachweis von Bakterien ist eine Anzüchtung dieser auf unterschiedlichen künstlichen Nährböden. Das Material dazu stammt aus diversen Proben wie Abstrichen von Organen oder Geweben, Kot, Urin, Sekreten etc.
Die Anzüchtung erfolgt in Brutschränken mit unterschiedlichen Bedingungen (Temperatur, aerobe, anaerobe, mikroaerophile Bebrütung).
Danach erfolgt die Sichtung der gewachsenen Kolonien und die Reinzüchtung bzw. Anzüchtung der Bakterien auf einem anspruchsvollen Nährboden.
Die Differenzierung erfolgt nach mikrobiologischen Standards mittels Selektivnährböden, der sogenannten „bunten Reihe“ und / oder anderen biochemischen Differenzierungsmethoden.
Bei Keimen, welche auf künstlichen Nährböden nicht oder schlecht wachsen, werden serologische Nachweismethoden eingesetzt oder es wird auf molekularbiologische Nachweismethoden zurückgegriffen.

Der Nachweis von Pilzen erfolgt durch Anzüchtung auf Pilznährböden und morphologische Differenzierung der gewachsenen Kolonien unter dem Mikroskop.

Der Vorteil dieser klassischen Kultur-Methoden ist, dass grundsätzlich alle vorhandenen Keime angezüchtet, gefunden und bei Bedarf differenziert werden können.

Klassische Parasitologische Techniken

Je nach dem Vorkommen, der Art und dem Entwicklungsstadium von Parasiten, stehen unterschiedliche Nachweistechniken zur Verfügung.

Ektoparasiten

Fellabklatsch/-abstrich
Es wird ein Abstrich mit einem geeigneten Tupfer oder ein Abklatsch-Präparat (z.B. Zupf-/Tesafilm-Präparat) vom Fell gewonnen. Dabei muss Fell an Nacken/Rücken, Kopf sowie an der Bauchseite des Tieres (Leisten-, Achselgegend) berücksichtigt werden. Ein Abklatschpräparat kann direkt unter dem Mikroskop auf Ektoparasiten wie Milben untersucht werden. Ein Tupfer-Präparat wird in der Regel für einen molekularbiologischen Nachweis eingesetzt (siehe unten).

Endoparasiten

Mikroskopischer Direktnachweis, Nativuntersuchung
Kot aus dem Magen-Darmtrakt wird auf einen Objektträger gegeben und direkt unter dem Mikroskop begutachtet. Durch diese Methode können zum Beispiel Protozoen diagnostiziert werden.

Nachweis von Würmern
Falls die Sektion eines Tieres durchgeführt wird, können im Darmtrakt oder in der Harnblase Würmer (adulte und / oder Larven) direkt nachgewiesen werden.

Tesafilm-Analabklatschverfahren
Ein etwa 3-4 cm langes Stück Tesafilm wird auf den Analbereich des zu untersuchenden Tieres angedrückt, gleich darauf wieder entfernt, auf einen Objektträger luftblasenfrei übertragen und anschliessend unter dem Mikroskop auf Syphacia-Eier durchgemustert. Dabei ist zu beachten, dass die Eier tageszeitlich unterschiedlich ausgeschieden werden und der Entnahmezeitraum entsprechend ausgewählt werden sollte.

Flotationsverfahren
Der Kot wird mit einem Flotationsmedium (z.B. Salz-Lösung) zu einer Suspension verarbeitet und filtriert. Anschliessend wird das Filtrat stehen gelassen oder kurz zentrifugiert. Dann werden ca. 1-2 Tropfen von der Oberfläche entnommen und unter dem Mikroskop auf zum Beispiel Bandwurm-und Nematodeneier, sowie Coccidienoozysten untersucht.

Konzentrationsverfahren
Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die vor der mikroskopischen Untersuchung einen Schritt zur Konzentration des Probenmaterials einschliessen und welche für den Nachweis unterschiedlicher Endoparasiten geeignet sind (z.B. Parasep, SAF-Methode, Larvenanreicherung nach Baermann).

Serologische Techniken

Die Interaktion eines Organismus (Mensch oder Tier) mit einem Mikroorganismus (Infektionserreger) führt zur Bildung von Antikörpern gegen diesen Erreger. Die meisten dieser Antikörper zirkulieren im Blut des betroffenen Organismus und können hier nachgewiesen werden.

Über serologische Techniken werden durch den Nachweis der spezifischen Antikörper indirekt v.a. die für einen Tierbestand relevanten Viren sowie einige Bakterien und Parasiten nachgewiesen.
Die Standardtechniken für den Nachweis der spezifischen Antikörper sind der ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay) und die indirekte Immunfluoreszenz.

Bei serologischen Tests ist zu beachten, dass die Ergebnisse bei zu jungen oder immungeschwächten Tieren fraglich sein können und dass erregerabhängig unterschiedliche zeitliche Intervalle bis zur antikörpervermittelten Immunantwort vorliegen.

Molekularbiologische Techniken

Molekularbiologische Nachweistechniken, z.B. Polymerase Kettenreaktion (PCR), werden für den direkten Nachweis von Krankheitserregern eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass bei einzelnen Erregern das Zeitfenster für einen solchen Nachweis sehr kurz sein kann, da verschiedene Erreger nicht im Tier persistieren.
Die Molekularbiologischen Techniken können alle oben genannten klassischen Techniken ergänzen.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass gezielt spezifische Erreger auch bei geringeren Konzentrationen detektiert werden können und das meist mit geringerem Zeitaufwand. Methodisch bedingt ist hier allerdings nur der Nachweis der gesuchten Erreger möglich, ohne zusätzlich vorhandene Keime zu erfassen (Vergleich klassische Bakteriologie).

Konventionelle PCR
Bei dieser Technik werden erregerspezifische Sequenzen der DNA oder RNA nach deren Vervielfältigung durch eine Gelelektrophorese nachgewiesen.

Real-Time PCR
Eine Bestimmung von erregerspezifischen DNA Sequenzen in biologischen Proben ist ebenfalls mittels Real-Time PCR möglich. Hierbei wird das Ergebnis in «Echt-Zeit» graphisch dargestellt. Mit Real-Time PCR sind auch quantitative Bestimmungen der Nukleinsäure-Konzentration möglich.

Futter- und Wasseranalysen

Futteruntersuchung
Ein qualitativ hochwertiges und hygienisch einwandfreies Futter ist eine wichtige Voraussetzung für gesunde Tiere.

Mindestanforderungen an die hygienische Qualität des Futters sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Abhängig von der Nutzung und der Haltungsform der Tiere, können weitere Anforderungen gelten. Grenzwerte für bestimmte Keime, welche in Labortierhaltungen relevant sind, sind in den «Leitlinien für die Qualitätsgesicherte Herstellung von Versuchstierfutter» der GV-SOLAS (Ausschuss für Ernährung, August 2001) zu finden.

Folgende Untersuchungen werden von MicroBioS angeboten:
1. Gesamtkeimzahl aerober Bakterien
2. Enterobacteriaceae
3. Escherichia coli
4. Hefen- und Schimmelpilze
5. Salmonella spp.
6. Clostridium perfringens

Wasseruntersuchung
An die Qualität des Trinkwassers werden allgemein hohe Anforderungen gestellt. Es muss sichergestellt werden, dass unerwünschte Keime nicht im Trinkwasser vorhanden sind.
Weiterhin kann zum Beispiel in Labortierhaltungen eine Überprüfung angebracht sein, um zu gewährleisten, dass Trinkflaschen-Wasch- und -Abfüllmaschinen zuverlässig und sauber arbeiten.
Dies sollte durch mikrobiologische Überprüfungen auf pathogene Keime sichergestellt werden.

Folgende Untersuchungen werden von MicroBioS angeboten:
1. Gesamtkeimzahl aerober Bakterien
2. Pseudomonas spp. und Pseudomonas aeruginosa
3. Enterobacteriaceae und Escherichia coli
4. Staphylococcus aureus
5. Hefen- und Schimmelpilze

MicroBioS GmbH
Christoph Merian-Ring 31A
CH - 4153 Reinach

+41 (0)61 416 96 10
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Geschäftsleitung

Dr. med. vet. Sandra Bäckert

Dr. med. vet. Christina Simon
Fachtierärztin für Labortierkunde